Ein Stadtteil wird zum Campus

Orte der Akademie einer anderen Stadt können Straßen und Plätze und Hinterhöfe sein, ebenso gut wie Gaststuben, Wohnzimmer, Schiffsdecks oder Gartenparzellen:  Überall da, wo sich Menschen treffen, um zusammen ein bestimmtes Thema zu durchdenken, entsteht eine Akademie vor Ort.

Im September 2009 (und darüber hinaus) gab es eine ganze Reihe von Aktionen , die interessierten Gästen die Gelegenheit bot, am besonderen Wissen lokaler Expertinnen und Experten teilzuhaben.

Die angebotenen Themen waren vielfältig:

Angesichts der anstehenden Veränderungen in ihrem Stadtteil beschäftigen sich viele Menschen auf den Elbinseln mit der Frage nach der Bewahrung von Erinnerungen. Das kulturelle Gedächtnis der Stadt ist auch in der Stadtlandschaft verzeichnet. Wie kann man sich erinnern, wenn die Spuren historischer Ereignisse im Zuge des Stadtumbaus verschwinden?

Ein weiteres wichtiges Anliegen ist die Frage nach Verständigung über Sprachgrenzen hinweg. Wie kann ich mitteilen, was mich bewegt, wenn meine Muttersprache nicht verstanden wird und mir die vor Ort gesprochene Sprache so fremd bleibt, dass ich meine Gefühle und meine Identität darin nicht wieder finden, geschweige denn ausdrücken kann?

Nicht zuletzt ging es in verschiedenen Workshops auch um die Weitergabe von Herangehensweisen und Fähigkeiten, sei es die Herstellung elektronischer Bilder mit Hilfe von freier Software, sei es Gesellschaftstanz oder das Einzeichnen eigener Botschaften in den städtischen Raum als künstlerische Sprache.

Das wandernde Akademiebüro war seit Anfang Juni auf den Elbinseln unterwegs und informierte auf zentralen Plätzen, aber auch in Schulen, Wohnanlagen und auf Veranstaltungen im Stadtteil über das Anliegen und das Programm der Akademie.