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Kunst in der Stadt
IBA LABOR in Hamburg Wilhelmsburg, 11.11. – 12.11.2011
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Vortrag / Präsentation
Opake Präsenzen, undurchschaubare Interventionen
Knowbotiq / Christian Hübler und Yvonne Wilhelm (Zürich)
FREITAG, 11.11.2011, 13:15 Uhr
Haus der Jugend Kirchdorf
Krieterstraße 11, 21109 Hamburg
»Undurchsichtig wie der Nebel zu werden, bedeutet zu erkennen, dass man nichts repräsentiert, dass man nicht identifizierbar ist. Es bedeutet, mit allen Kräften Widerstand gegen jeden Kampf um Erkennbarkeit und Anerkennung zu leisten.« (Tiqqun)
In der sich gegenwärtig zeigenden Gesellschaft – ob in ihrer Gestalt als Konsum-, Kontroll- oder kybernetische Gesellschaft – steht kommunikative Transparenz nicht mehr für demokratische Offenheit, sondern zunehmend für administrative Verfügbarkeit. Tendenziell werden Räume des Handelns und Räume der sozialen Reibung von der Oberflächenwelt der technisch gesteuerten Prozesse absorbiert. Im Spiel mit der Sichtbarkeit, der Aufmerksamkeit und mit den Mechanismen der Subjektivierung geht es zwar nicht für alle ums bloße Überleben, zumindest aber um die Behauptung und Aneignung heterotopischer Zonen, in denen nicht Freiheit, aber Widerständigkeit aktualisiert und wieder anders erfunden werden kann.
Die Künstlergruppe Knowbotiq hat sich in den letzten Jahren mit Phänomenen von Sichtbarkeit und Präsenz beschäftigt. Die neueren Projekte widmen sich Formen der Übersetzung zwischen unterschiedlichen Bedeutungssystemen: Performative und installative Arbeiten im öffentlichen Raum konfrontieren realweltliche Szenarien mit semi-fiktiven Testfällen.
In dem Projekt MacGhillie – Just a Void werden städtische Orte von einer Figur aufgesucht, die mit einem handelsüblichen Tarnanzug bekleidet ist und weder als Individuum noch überhaupt als Person auffällt: die Camouflage mit dem »Ghillie Suit«, im 19. Jahrhundert ursprünglich erfunden für die Jagd und später auch im 1. Weltkrieg eingesetzt, sorgt für eine Anonymisierung und Neutralisierung ihres Trägers im öffentlichen Raum.
Die Figur des MacGhillie oszilliert zwischen maskenhafter Hyperpräsenz und visueller Redundanz. Sie schleust in die moderne städtische Umgebung A-Signifikantes ein. Auffälligkeit wird zur ambivalenten Währung, zwischen mühsamer Affirmation und visueller Beliebigkeit schwankend. Sie mischt die Typen des ›Bloom‹, des ›Bartleby‹ oder des ›Manns ohne Eigenschaften‹ neu.
Für das Projekt be prepared, tiger! entwickelte Knowbotiq ein kleines Tarnkappenboot, das die »Stealth«-Technologie amerikanischer Tarnkappenbomber anwendet. Das metallisch glänzende Boot ist zwar mit bloßem Auge zu sehen, es bleibt aber für jedes Radargerät verborgen. Das »tiger_stealth«-Boot verlagert so die Frage nach dem Zusammenhang von Sichtbarkeit, Präsenz und Handlungsfähigkeit auf das Terrain der Technologie und ihrer konzeptuellen Wirksamkeit.
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Knowbotiq: Christian Huebler und Yvonne Wilhelm, leben in Zürich und arbeiten in situ. Die Künstlergruppe hat eine Professur an der Zürcher Hochschule der Künste und an zahlreichen Ausstellungen und Biennalen teilgenommen


