TREFFENDE KONSTELLATIONEN.
Oder: Die Kunst, (Kunst) nicht zu vermitteln.
Vortrag von Ute Vorkoeper
26. Januar 2012, 20 Uhr
SALON POPULAIRE / Bülowstr. 90 / 10783 Berlin
Web: www.salonpopulaire.de

"Hochparterre Altona", Video von Nevin Aladag, 2010, courtesy/copyright Akademie einer anderen Stadt, Nevin Aladag, Fotografie © Akademie einer anderen Stadt, www.karingerdes.de
Im akademischen Kontext wird Kuratieren nach wie vor meist auf der Ebene von Theorie, Wissenschaft, ggf. noch Design und Management verhandelt und die Lehre im vielerorts neu gegründeten Fach findet auf der Basis von Fachwissen aus den verschiedenen Kulturdisziplinen statt. Als Gegenmodell wird der neuere Trend des sog. “Curartist” proklamiert, der die Verhältnisse umkehrt. Im Unterschied zu beidem verstehe ich die kuratorische Arbeit als einen Grenzgang zwischen künstlerischer Praxis und Theorie, die entsprechend beides, eine künstlerische Bildung und ein theoretisches Studium verlangt. Im Zentrum steht für mich – auch bei den interpretierenden Reinstallationen von Anna Oppermanns Ensembles – nicht die Sorge um den Erhalt eines Kunstwerks, ebenfalls nicht seine wissenschaftlich oder auch populäre “Vermittlung”, sondern die Gestaltung von zeiträumlichen Konstellationen, die treffen und bewegen. Sie entwickeln sich im offenen Dialog mit Künstlern oder in Auseinandersetzung mit bereits bestehenden künstlerischen Arbeiten und lassen, wenn sie gelingen, ästhetische Erfahrungen und unerwartete Begegnungen möglich werden, die den Alltag unterbrechen und öffnen. Während das Kuratieren dem Wortsinn nach primär auf den Erhalt eines Status quo zielt ebenso wie Vermittlung auf Wissenstransfer und Wissensausgleich, sorge ich mich um die Wahrung von Unsicherheit, Nicht-Wissen und Nicht-Aufgehen, die zu Antrieben für weitere Denk- und Wahrnehmungsbewegungen werden können. Und dies auf der Basis eines größtmöglichen Wissens.
Ute Vorkoeper
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DEN INDEX VERSCHIEBEN
Begriffsdiskussionen aus Anlass der Publikation “Kunst einer anderen Stadt
Gespräch mit Ute Vorkoeper, Andrea Knobloch und Ellen Blumenstein
25. Januar 2012, 20 Uhr
SALON POPULAIRE / Bülowstr. 90 / 10783 Berlin
Web: www.salonpopulaire.de
Momentan scheint kaum ein Thema wichtiger in der Kunst als ihre Öffnung auf die Stadt und die Gesellschaft. Kunstinstitutionen suchen nach neuen Formen, um den Stadtraum und seine Bewohner/innen einzubeziehen. Parallel diskutieren immer mehr Städte ihre in der Folge der 1970er Jahre entwickelten Kunst-im-öffentlichen-Raum-Programme und suchen nach zeitgemäßen Erweiterungen.
Die Akademie einer anderen Stadt konnte, als Kunstplattform der IBA Hamburg, in einer städtischen Metrozone dazu über drei Jahre Pionierarbeit leisten und Kunst- und Vermittlungsprojekte, künstlerische Prozesse und Diskussionen initiieren, die sich auf vielfältige Weise auf und in die globale Stadtgesellschaft einlassen. In der Publikation „Kunst einer anderen Stadt“, die Ute Vorkoeper und Andrea Knobloch nun retrospektiv vorgelegt haben, werden nicht nur die verschiedenen künstlerischen Zugangsweisen beschrieben und die Projekte der letzten Jahre in zahlreichen Abbildungen nacherlebbar, sondern über sechs Essays im Kontext von Philosophie, Ästhetik, Stadtentwicklung und Pädagogik differenziert reflektiert.
Eine Besonderheit des Buchs ist dabei sein vorangestellter Index, in dem zentrale Begriffe über die verschiedenen Texte und Bilder hinweg im Buch kenntlich gemacht sind und verfolgt werden können. Hier zeigt sich deutlich, dass Denk- und Handlungswechsel, wie sie derzeit in der Kunst anstehen, immer auch die Begriffe oder zumindest die Definitionen von bestehenden Begriffen verändern.
Das Gespräch wird zentrale Begriffe aus diesem Index – wie Antwort, Autonomie, Freiheit, Komplexität, Pluralität, Teilnahme – aufgreifen und in ihren Bedeutungsaspekten aus verschiedenen Perspektiven diskutieren.
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VERSCHIEDENE ANSICHTEN TEILEN
Kunst in der Stadt
IBA LABOR in Hamburg Wilhelmsburg, 11.11. – 12.11.2011
Bewegung ist angesagt! Statt sich weiter auf Kunstfreiheit auszuruhen und gut gemeinte Interventionen ins Bestehende zu starten, lassen sich immer mehr Künstler/-innen ganz direkt, intensiv und verausgabend auf die Stadt und die Welt ein, in der sie leben. Sie werden von den Menschen und den Situationen bewegt, die ihnen begegnen. Sie eröffnen Gestaltungsprozesse, die viele involvieren, oder geben ebenso reflektierte wie außergewöhnliche ästhetische Antworten, die andere zu bewegen vermögen.
Hamburg Wilhelmsburg wird für zwei Tage zum Diskussionsraum über diese Haltungswende: Künstler/-innen und Kurator/-innen berichten von ihren Projekten und die Tagung bewegt sich durch einen Stadtraum im Umbruch.
Das IBA-Labor Kunst/Stadt wird kuratiert von der Akademie einer anderen Stadt in Kooperation mit der HafenCity Universität und der Hochschule für bildende Künste Hamburg.
Referent/-innen und Panelteilnehmer/-innen sind: Katja Aßmann (Essen), Gabriela Christen / Nika Spalinger (Luzern), Didier Schaub (Douala, Kamerun), feld72 (Wien), Angela Hellenbach (Bezirksamt Mitte, Hamburg), Uli Hellweg (IBA Hamburg), Knowbotiq / Christian Hübler und Yvonne Wilhelm (Zürich), Bettina Kiehn (Bürgerhaus Wilhelmsburg, Hamburg), Martin Köttering (HFBK Hamburg), Andrea Knobloch (Düsseldorf), Clemencia Labin (Hamburg), Seraphina Lenz (Berlin), Michaela Ott (HFBK Hamburg), Helga Rake und Susanne Schreck (Plankontor, Hamburg), Silke Riechert (Berlin), Skulpturenpark Berlin_Zentrum / Markus Lohmann und Harry Sachs (Hamburg, Berlin), Mustafa Tazeoglu und Christine Bleks (Duisburg), Ute Vorkoeper (Hamburg), Inga Wellmann (Kulturbehörde Hamburg), Gesa Ziemer (HCU Hamburg) mehr
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Aussicht auf Veränderungen
Videodokumentation jetzt erhältlich!

Thomas Wiczak, "Wie fühlt sich Zuhause an", Plakataktion, Aussicht auf Veränderungen 2010, courtesy / copyright Akademie einer anderen Stadt, Thomas Wiczak, Johannes Arlt
Die Video Dokumentation des Kunstparcours Aussicht auf Veränderungen ist auf DVD erschienen und kann ab sofort gegen eine Schutzgebühr von 5 Euro unter info@mitwisser.net bestellt werden!



