Probewohnen Anmeldung

Probewohnen in Hamburg Wilhelmsburg
09.09. – 03.10.10, Mi – So 14 – 19 Uhr

Christian Hasucha, "Probewohnen in Wilhelmsburg", Entwurf, 2010, courtesy/copyright Christian Hasucha

BITTE NICHT MEHR ANMELDEN: DIE PROBEWOHNEN-LOGGIA IST LEIDER AUSGEBUCHT!

ABSATZ

Die überdachte Loggia auf dem obersten Parkdeck des Marktkauf-Parkhauses, direkt an der S-Bahn Station Wilhelmsburg, ist nach Westen ausgerichtet.

“Die Farbe, mit der die beiden schützenden Seitenwände angestrichen wurden, habe ich selbst ausgesucht. Gartenstühle, Tisch und Grill stehen bereit. Mit Freunden genieße ich den mitgebrachten Kaffee und die weite Aussicht auf den Stadtteil Wilhelmsburg.”

Farbauswahl:

sunrise

# 001

toffee

# 004

crystal

# 007

lilienblau

#010

light pink

#002

magnolia

# 005

peach

# 008

papayaorange

# 011

green tea

# 003

nature

# 006

eisblau

# 009

mintgrün

# 012

Anmeldeformular:

Hiermit melde ich mich und maximal 3 weitere Personen für ein kostenfreies Probewohnen an:

 

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Christian Hasucha

Probewohnen in Wilhelmsburg

Rauminstallation / Öffentliche Intervention von Christian Hasucha

Marktkauf-Parkdeck, oberes Parkdeck, Wilhelm-Strauß-Weg 4, 21109 HH, Position (3)

In Hamburg Wilhelmsburg kann man für einen Monat über den Dingen schweben und die Stadt aus privilegierter Höhe b­etrachten. Allerdings ist das Vergnügen geteilt. Denn Christian Hasuchas luftige Loggia für das „Probewohnen in Wilhelmsburg“ steht auf einem Baugerüst, das seinerseits auf dem obersten Deck des Marktkauf-Parkhauses in Wilhelmsburg steht. Die Loggia ist nur zu zwei Seiten durch Wände geschützt und steht an den anderen zwei Seiten weit offen, so dass jeder, der sich hier einfindet, um den weiten Blick auf S-Bahnen, Busse, Einkaufszentrum, Hochhäuser, Baustellen und Menschen zu genießen, auch von den anderen beim Probewohnen beobachtet werden kann.

Hasucha macht aus dem Ausblick auf das Sanierungsgebiet um den Berta-Kröger-Platz und das IBA-Planungsgebiet Neue Mitte Wilhelmsburg eine luxuriöse und exklusive Angelegenheit und stellt zugleich das Ausblicken selbst zur Schau. Seine Probewohnung ist kein Rückzugsraum, sondern eine ungewöhnliche Bühne. Jeder, der sich auf das Wohnexperiment einlässt, kann sie nicht nur nach eigenen Vorstellungen gestalten, sondern auch nach eigenem Interesse als Mitteilungsraum für persönliche, politische oder kulturelle Botschaften nutzen.

„Probewohnen in Wilhelmsburg“ ist ein Werbeslogan wie aus dem Bilderbuch und wird hier zur Parodie auf modisches Stadtmarketing. Im selben Moment aber ist die Installation auch ein Angriff auf die von Gentrifizierungsgegnern beschworene Homogenität und Geschlossenheit städtischer Nachbarschaften. Denn bei Christian Hasucha sind Anwohner wie Probewohner gleichermaßen Eindringlinge in die private Sphäre des jeweils anderen. Man könnte die Arbeit darüber hinaus als kritischen Kommentar auf das Zeitalter der Reality Soaps werten, in dem sich mehr und mehr Menschen als Schauspieler vorgegebener Rolle in der Öffentlichkeit präsentieren.

Die Loggia mit den Maßen 2,80m x 2,80m x 2,60m wiegt rund 2000 Kilo und wird von einem massiven Baugerüst in 2,20m Höhe getragen. Ab Juli 2010 können Interessenten die Loggia für einen Tag kostenfrei mieten. Nutzen Sie hierzu das Anmeldeformular oder kontaktieren Sie uns telefonisch unter 040-33421130. Eine Basisausstattung aus Tisch, Stühlen und Grill steht zur Verfügung, die Farbe der Wand wird je nach Wunsch neu aufgetragen. Darüber hinaus hat jeder Gast die Möglichkeit, kleinere Möbelstücke und Einrichtungs­gegenstände nach Wilhelmsburg mitzubringen, um den Tag dort nach seinem Geschmack zu gestalten. Hasucha, der die Projektreihe „Probewohnen“ im Grenzort Slubice in Polen begann, stellt sich das so vor: Einige treffen dort nach langer Zeit Bekannte wieder, andere nutzen den Ort, um ihre Arbeit mit dem Notebook fortzusetzen. An einigen Tagen wird regelrecht getafelt.

Christian Hasucha lebt und arbeitet in Berlin und an immer neuen Orten vor Ort. Noch während seines Studiums an der Chelsea School of Art in London gründete er 1981 die Projektreihe Öffentliche Interventionen“. Seitdem realisiert er öffentliche Projekte für Städte und Gemeinden, z.B. in Amsterdam, Berlin, Budapest, Dortmund, Dresden, Graz, Köln, London, Münster, Rom, St. Petersburg, Saragossa und nicht erst in diesem Jahr auch in Hamburg. Er erhielt u. a. ein Arbeitsstipendium vom Kunstfonds Bonn und ein Auslandsstipendium des DAAD für London. Seit 1984 übernahm er Lehraufträge und Gastprofessuren in Berlin, London, Trondheim, Kassel und Weimar. Mehr Infos: www.hasucha.de