Akademie einer anderen Stadt

Eine andere Stadt ist woanders oder übersehen oder noch nicht da. Sie ist Mythos, Traum, Geheimnis oder Vision. Um die kulturellen Traditionen und Ideen der Städte unserer Gegenwart und einer gemeinsamen Zukunft zu sammeln, zu entwerfen und zu besprechen, scheint eine Akademie der geeignete Ort.

Warum eine Akademie?

Der alte Begriff der Akademie soll neben den aktuellen Vorstellungen von Streuung und Vernetzung von Wissen auch an Sammlung und Konzentration erinnern. Beides ist notwendig, um aus dem geschäftigen Betrieb des Alltags herauszutreten und Freiräume zum Denken und künstlerischen Handeln zu gewinnen. Außerdem werden die in einer Akademie gesammelten und diskutierten Gegenstände und Wissensformen durch den Begriff als wissens- und bedenkenswert ausgezeichnet. Die Akademie einer anderen Stadt erprobt den Wechsel von Sammlung und Streuung, von Konzentration und Öffnung. In 2009 widmet sie sich vor allem der Sichtung, Sammlung, Ausstellung und Diskussion von kulturellem Wissen vor Ort und künstlerischen Antworten, um im Anschluss eine möglichst breite Streuung und Vernetzung ihrer Aktivitäten und Ergebnisse in der Stadt zu erreichen.

Inhalte und Ziele der Akademie einer anderen Stadt

Kulturelles Wissen und kulturelle Praktiken der Menschen vor Ort bilden den Ausgangspunkt für ein übergreifendes kulturelles Lernen und den Dialog über und zwischen Kulturen. Es geht um offene Lern- und Erfahrungsprozesse, in denen die Rollen von Lehrendem und Lernendem, Sprechendem und Zuhörendem, Handelndem und Zuschauendem getauscht werden können. Lehren ist hier immer auch Lernen und zum Lernen gesellt sich die Weitergabe von Wissen. In der Verknüpfung von zeitgenössischer künstlerischer Praxis und interkultureller Arbeit kann Lernen/Lehren als Lebensqualität erfahren werden und die sinnliche wie intellektuelle Lust an der Präsentation von Wissen für möglichst viele Menschen mit verschiedenen Hintergründen erlebbar werden.

Es wird darauf geachtet, ein möglichst breites und heterogenes Spektrum von Bewohner/innen der gesamten Stadt für die Akademiemitarbeit zu gewinnen. Die Akademie einer anderen Stadt setzt dabei einerseits auf die heterogene Bewohnerstruktur der Elbinseln, zum anderen adressiert sie auch die regionale wie überregionale Kunstszene und das kunstinteressierte Publikum.