Périphériques (2005-2006)

Video und Sound, 2005-2006

Still aus "PÉRIPHÉRIQUES", 2005/06, courtesy/copyright: Thomas Köner

Still aus "PÉRIPHÉRIQUES", 2005/06, courtesy/copyright: Thomas Köner

Drei Orte im Abseits, 2. Welt, 3. Welt, Welt am Rand. Menschen auf einer Straße in Harar, in Belgrad und einer Favela in Buenos Aires: Die Kamera sieht zerfließende und wiederkehrende Muster in den Bewegungen von Personen, erkennt Geschichten in Gesichtern, die transparent werden. Unser Blick begegnet drei Augenblicken im Unwichtigen, Bedeutungslosen und stürzt dabei in die Tiefe des Moments, in einen Mikrokosmos der Zeit, in den man nur vom Rand der Welt eintauchen kann. Als lösten sich Person und Identität unter Beobachtung auf, nähert sich die Kamera im dritten Teil vorbeigehenden Passanten und verliert sich in einer bewegten Leere ohne Zentrum.

Thomas Köners Interesse gilt der Leere und Entleerung, den Zeichen und Spuren des Verschwindens, der Passage und des Selbstverlusts in den Peripherien – vernachlässigten und prekären Stadträumen und Weltgegenden. Er sammelt die Bild- und Soundspuren von vergehenden und vergangenen Anwesenheiten sowohl per Internet als auch vor Ort und schafft durch Überlagerungen, Schichtungen von Bildern und Sounds verdichtete Bilder des Entzugs.

Thomas Köner, geboren 1965 in Bochum, lebt und arbeitet in Nizza. Er nahm an der Akademie der Musik in Dortmund teil und studierte Elektronische Musik in den CEM-Studios in Arnhem. Bis 1994 arbeitete er in der Filmindustrie als Editor und Soundinstallateur. Später erweiterte er sein Konzept der Soundfarben zu Verbindungen mit Videoinstallationen, Fotografie und Filmarbeiten. Seine Arbeiten haben bedeutende Preise erhalten, zuletzt den des International Short Film Festival Oberhausen 2009. Das Centre Pompidou und andere Museen haben seine audiovisuellen Arbeiten in ihren Sammlungen.