Träumen in Hannover
Ortsspezifische Rauminstallation, 2002 / 2009

Installationsansicht "Träumen in Hannover", 2002, Sprengel Museum Hannover, courtesy/copyright: Olafur Gislason
In Hannover hat Olafur Gislason mit drei lebenden Personen außereuropäischer Herkunft, dem Kurden Yasin Baban aus dem Irak, mit Abdou Karim Sané aus Senegal und der Philippinin Teresa Fantasny Gespräche geführt. Sie waren Grundlage der Installation auf dem Museumsplatz des Sprengel Museums Hannover. In einer zum Teil begehbaren und von oben einsehbaren Konstruktion aus zehn Räumen hat der Künstler seine Eindrücke und die Ergebnisse seiner Begegnungen auf verschiedene Weise künstlerisch umgesetzt.
Jedem Teilnehmer war einer der drei mittleren Räume zugeordnet. Dort konnte man ihre Lebensgeschichten lesen. Ein anderes Element der Rauminstallation, eine in neunzehn verschiedenen Farben gestrichene Raumflucht, war zu den drei zentralen Räumen hin geöffnet. Gegenüber befand sich ein durch Luken einsichtiger Raum. Ventilatoren erzeugten hier eine Luftbewegung, in der originale Stoffe aus den Herkunftsländern der Teilnehmer flatterten.
Im ehemaligen Kubi-Center in Hamburg Wilhelmsburg wird die Arbeit für die Ausstellung Zeichen von Respekt dem Raum angepasst neu installiert.
Olafur Gislason, geboren 1962 in Reykjavik, Island, lebt und arbeitet in Reykjavik und Hamburg. Er nimmt in seinen Arbeiten die Themen des Fremdseins und der Entwurzelung auf, die ihm aus seiner eigenen Biografie sehr bekannt sind. Seine meist prozessualen und ortsspezifischen Projekte greifen die Bewegungen auf, welche hinter den Phänomenen Migration und Flucht stecken und stellen diese auch in den Kontext des jeweiligen Zielortes. Olafur Gislason war Gewinner des Richard Serra Preises von 1992 und erhielt zwischen 1997 und 2002 verschiedene Arbeitsstipendien für bildende Künstler in Island, Hamburg und Bonn. Zuletzt war er von 2007-2009 Quartierskünstler (ein Stipendium der SAGA-GWG) auf der Hamburger Elbinsel Veddel und stellte dort die Projektarbeit gemeinsam parallel aus. 2008 wurden seine Arbeit Homestories im Center for Contemporary Art in Kiew gezeigt.

