Destiny, 2009, Mission impossible I & II, 2008, worldwideprayingdirections, ongoing, 2008
Wand- und Bodenzeichnung, Videoinstallation für das “House of Glory e.V.” im ehemaligen Kubi-Center, 2009
Oh Lord, I loved the habitation of your house and the place where you glory dwells.
(Psalm 26,8)
Das House of Glory ist auch nicht mehr das, was es einmal war. Keine besonders paradiesischen Umstände hier. Vergilbte Girlanden, ein paar Bibelseiten liegen verstreut am Boden. Von den Wänden lösen sich Fototapeten, die eher an amerikanische Middle-Class-Wohnphantasien als an den Garten Eden erinnern. Hoffentlich sieht so nicht das Paradies aus. Auch ein altersschwacher und überladener Bus macht sich davon, dem Schicksal nach, vielleicht ins Jenseits, vielleicht an einen besseren Ort hier auf Erden.
House of Glory. Unbekannt verzogen. Thurs. & Sat.: 19:30-21:30 – Prayers and Miracle Hour. Keine Wunder, keine Lieder. Statt der Lobgesänge der Gemeindemitglieder füllt befremdliches Geraune die Räume. Es sind die vergeblichen Versuche Catherine Hepburns, in missionarischer Sturheit Dorfbewohnern im Kongo christliches Liedgut nahe zu bringen. Ebenso gelangweilt und resistent zeigen sich die „ehemaligen Missionare“ angesichts der samstäglichen Missionierungsversuche einer angolanischen Erweckungskirche in der Stuttgarter Fußgängerzone. Mission impossible.
(Katrin Ströbel, Text)
Katrin Ströbel, geboren 1975 in Pforzheim, lebt und arbeitet in Stuttgart, Frankfurt/M. und ist derzeit in Stipendiatin bei art3 – art contemporain/résidence production diffusion in Valence, Frankreich. Sie war zu längeren Arbeitsaufenthalten in Frankreich, Marokko, Senegal, Nigeria und Südafrika. Von 1995 bis 2001 studierte sie an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart und zwischen 1997 und 2002 Germanistik an der Universität Stuttgart. Zuletzt stellte sie u. a. im Goethe-Institut in Dakar, Senegal, 2009, aus. 2005 waren ihre Arbeiten in den Gruppenausstellungen der Medialounge ZKM Karlsruhe unter dem Titel video/ökonomie und im Württembergischen Kunstverein Stuttgart unter dem Titel Sichtung zu sehen. 2008 erhielt sie ein Stipendium der Cité Internationale des Arts, Paris. Thematisch beschäftigen sich ihre Videoarbeiten und Zeichnungen mit Glauben und Glaubenskulturen, Migration und soziokulturellen Veränderungen.


