If you could speak Swedish

Video / Videoinstallation, 2001

Still aus "If you could speak Swedish", courtesy/copyright: Esra Ersen

Still aus "If you could speak Swedish", courtesy/copyright: Esra Ersen

Für das Projekt If you could speak Swedish (Wenn du schwedisch sprechen könntest) bat die Künstlerin Esra Ersen eine Vielzahl von Ausländern und Flüchtlingen, die in einem der Vororte Stockholms im Süden Schwedens leben und an der Swedish Info Komp Huddige die schwedische Sprache lernen, in ihrer Muttersprache zu beschreiben, was sie erzählen würden, wenn sie schwedisch sprechen könnten. Das Thema ihrer Erzählung wählten die Studenten selber. So variieren die Inhalte von sehr persönlichen emotionalen Aussagen bis hin zu politischen Statements.

Ihre Antworten wurden übersetzt aus der chinesischen, der arabischen, der russischen, der spanischen Sprache und aus Bengali. Frontal vor der Kamera sitzend, versuchen die Sprechenden – unter Hilfestellung einer Lehrerin – die richtige Betonung und die korrekte Aussprache zu treffen. Die Einfachheit und Flüssigkeit im Sprechen ihrer eigenen Sprache, ihrer Muttersprache, kontrastiert stark mit ihrer Schwierigkeit, mit der neu zu lernenden Sprache umzugehen.

Esra Ersen, geboren 1970 in Ankara, Türkei, lebt und arbeitet heute in Berlin. Sie verwendet vielfältigste Medien, wie Film, Fotografie, Installation. Ihre zentralen Themen sind Identität, Migration, Aspiration – immer die Beziehung zwischen dem Individuum und der Gesellschaft suchend / untersuchend: Was hält die Gesellschaft zusammen, was eint sie? Ihre Erfahrungen und Anregungen erhält die Künstlerin, deren Arbeiten aktuell u. a. in der Ausstellung Translation/Tarjama, im Queens Museum of Art, New York City, gezeigt werden, aus ihren vielen Lebensstationen. Sie hat weltweit in verschiedenen Ländern gelebt und gearbeitet, so auch in Schweden und Deutschland, und jeweils Arbeiten in direkter Antwort auf den jeweiligen Wohnort konzipiert. Diese Form spiegelt sich beispielhaft in ihrer Arbeit How to live together, die sie bei der Sao Paulo Biennale, Brasilien, 2006 gezeigt hat.